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Parodontologie für feste Zähne

Was ist eine Parodontitis?

Die Parodontitis ist eine entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates. Ausgelöst wird sie von Bakterien, die sich entlang des Zahnfleischrands und vermehrt im weichen Zahnbelag und Zahnstein ansammeln. Werden diese nicht rechtzeitig entfernt, kommt es zu einer Entzündung des Zahnfleischs. Wenn diese nicht behandelt wird, können die Zahnfleischtaschen immer tiefer werden und die Entzündung auf das Zahnbett übergehen. In Folge dessen wird der Knochen abgebaut, es kommt zu Lockerungen der Zähne. Ein Zahnverlust durch die chronische Entzündung wird dann immer wahrscheinlicher.

Negativ beeinflusst wird der Krankheitsverlauf der Parodontitis durch Stress, Alkohol- und Nikotinmissbrauch, mechanische Traumata sowie durch allgemeine Stoffwechselerkrankungen und Funktionsstörungen im Kausystem.

Schätzungsweise 60 bis 70% aller Zahnverluste sind auf eine Parodontitis zurückzuführen. Aber das sind noch nicht alle Folgen der chronischen Entzündung, wie neue Forschungsergebnisse dokumentieren: Parodontitis kann das Risiko für Schlaganfälle, koronare Herzerkrankungen und Diabetes mellitus erhöhen und auch ein Grund für Frühgeburten darstellen. Eine Behandlung der Parodontitis ist damit immens wichtig.

 

Klinische Diagnosestellung der Parodontitis

Aufbauend auf einer eingehenden Befragung und mit Hilfe diverser Testverfahren können wir in unserer Praxisklinik H27eine genaue Diagnose erstellen. Wir befragen Sie zu ihren Putzgewohnheiten und zur Blutungsneigung und analysieren den Zustand Ihres Zahnfleischs. Die Sondierung des Raums zwischen Zähnen und Zahnfleisch ermöglicht es uns, den Entzündungsgrad der Zahnfleischtaschen festzustellen, sowie Tiefe und Lokalisation der Entzündung. Das Vermessen der Zahnfleischtaschen sollte regelmäßig in unserer Praxis erfolgen, um eine Parodontitis oder Zahnfleischentzündung im Anfangsstadium erkennen zu können.

 

Röntgendiagnostik

Unter Einsatz der digitalen Röntgentechnik können wir die Parodontitis und ihr Ausmaß noch genauer erkennen. Die Röntgenaufnahmen zeigen uns möglichen Knochenabbau und Ablagerungen unterhalb der Schleimhaut (Konkremente) an. Ein wichtiger Baustein, um die Parodontitis zu klassifizieren und den Grad der Erkrankung festzustellen.

 

Keimanalyse

Parodontitis kann auf eine spezielle Gruppe von Bakterien zurückgeführt werden. Diese zerstören das parodontale Weich- und Knochengewebe und führen zu massiven Entzündungsreaktionen, die unbehandelt zum Verlust der Zähne führen. Daher kombinieren wir unsere Parodontitisbehandlung bei Bedarf mit der der micro-IDent® und micro-IDent®plus11 Markerkeimanalyse. Diese geben Auskunft über Vorkommen und Konzentration parodontopathogener Spezies und deren Zugehörigkeit zu Bakterienstämmen. Die Testergebnisse der Markkeimanalyse ermöglichen die Wahl eines individualisierten und optimalen Therapieplans und die passende Auswahl eines Antibiotikums.

Unsere Patienten profitieren bei der Markerkeimanalyse von einigen Vorteilen:

  • Genaue Bestimmung relevanter Markerkeime zur Optimierung der Behandlungsstrategie
  • Durch die Erkenntnis des Erregerspektrums lässt sich das optimale Antibiotikum auswählen, was die Erfolgsquote der Therapie deutlich erhöht
  • Kontrolluntersuchungen dokumentieren den Behandlungserfolg
  • Mögliche Früherkennung von Rezidiven

Die Markerkeimanalyse setzen wir bevorzugt bei rasch verlaufender oder therapieresistenter Parodontitis ein, sowie bei Parodontalerkrankungen mit einer Taschentiefe von mehr als 4 mm. Sinnvoll ist die Markerkeimanalyse zudem als Hilfsmittel zur Risikoeinschätzung vor aufwändigen Sanierungen und vor einer Implantation.

 

Behandlungsablauf

Grundlage einer jeden Parodontitisbehandlung ist die Prophylaxe in Kombination mit einer professionellen Zahnreinigung. Dabei werden Ihre Zähne optimal gereinigt und auch schwer erreichbare Stellen, wie die Zahnfleischtaschen, von harten und weichen Ablagerungen befreit. Außerdem geben wir Ihnen Ihr ganz persönliches Reinigungskonzept mit auf den Weg. Nach einer abgeschlossenen Parodontitisbehandlung ist die Nachsorge auch sehr wichtig – wir empfehlen in der Regel eine Nachkontrolle alle drei Monate.


© synMedico
www.synmedico.com
Therapieoptionen:

Therapieoptionen:

Kürettage

Die geschlossene Kürettage ist eine konservative und gewebeschonende Behandlungsoption, die wir vor allem bei leichteren und weniger aggressiven Formen der Parodontitis empfehlen. Sie hilft, die Taschentiefen zu verringern und kann bei Bedarf auch wiederholt werden.

Bei der Kürettage werden mit Hilfe spezieller Instrumente die Beläge und das entzündete Gewebe in der Zahnfleischtasche entfernt und die unter dem Zahnfleisch gelegene Zahnoberfläche geglättet. Damit dies für unsere Patienten schmerzfrei verläuft, setzen wir vorab eine örtliche Betäubung. Bei einer offenen Kürettage haben wir zudem die Möglichkeit, regenerativ mit Knochenaufbaumaterial zu arbeiten, um verlorene Knochenmasse wiederherzustellen.

Ultraschallbehandlung

Eine weitere moderne Parodontitisbehandlung können wir mittels Vector Methode anbieten. Bei dieser modernen schmerzarmen Ultraschallbehandlung werden die empfindlichen Zahnwurzeln sanft gereinigt, ohne Schleifen oder Kratzen an der Wurzeloberfläche. Eine zusätzliche Spülflüssigkeit wird gezielt in die entzündeten Zahntaschen geführt und diese so vorsichtig gereinigt. Beläge und Bakterien werden so zuverlässig entfernt und die Wurzel wird geglättet.

Lasertherapie (photodynamische Therapie)

Die photodynamische Therapie (aPDT) macht sich die positiven Eigenschaften des Lasers zunutze. Mit energiereichem Licht bestimmter Wellenlänge lassen sich Bakterien gezielt abtöten. In der Parodontitisbehandlung sieht es so aus, dass die Bakterien in den Zahnfleischtaschen mit einem speziellen Farbstoff angefärbt werden. Diese Bakterien absorbieren danach die Lichtenergie des Lasers und sie sterben.

Bei der Laserbehandlung handelt es sich um eine rein antibakterielle Behandlung. Sie kann daher als Ergänzung der Therapie, nicht aber als eigenständige Therapie angesehen werden.

Die Vorteile der photodynamischen Therapie auf einen Blick:

  • schmerzlose Behandlung
  • keine Gefahr für gesundes Gewebe
  • keine Resistenzbildung (wie z.B. bei Antibiotikum möglich)
  • gezielte Behandlung
Kombination Vectormethode und Lasertherapie

Wenn eine chirurgische Therapie nicht in Frage kommt, nutzen wir in der H27-Praxisklinik oft eine Kombination aus Laser- und Vektorverfahren als Alternative. Die Erfolgschancen sind unserer Erfahrung nach mit einer chirurgischen Therapie vergleichbar. Unterstützt wird die Kombi-Methode noch von der regelmäßigen Prophylaxe, die wir zwei bis drei Mal jährlich durchführen.

Bei der Kombi-Methode besteht der erste Schritt aus einer Ultraschalltherapie mit dem Vektorgerät. Sollten sich dabei nicht alle Entzündungen beseitigen lassen, setzen wir die Laserkürettage zur gründlichen Reinigung ein. Dies erfolgt sehr schmerzarm unter einer lokalen Betäubung. Die Wundheilung ist hierbei deutlich schneller als bei der operativen Methode.

Wachstumsfaktoren (Emdogain®)

Emdogain-Gel kann auf natürliche Weise verlorengegangene Substanz am Zahnhalteapparat wiederherstellen. Das Gel besteht aus dem Protein Amelogenin, welches eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Zähnen und Stützgewebe spielt. Durch die Applikation des Gels auf die Wurzeloberfläche, lassen Sie Ihren Körper glauben, er bilde einen natürlichen Zahnhalteapparat. Der Prozess der Bildung eines natürlichen Zahnhalteapparates und Kieferknochens wird dadurch in Gang gesetzt.

Knochenaufbau und Regeneration (GBR/GTR)

Mit Hilfe von Membranen, Knochenaufbaumaterial oder Schmelzmatrixproteinen kann zerstörtes Gewebe wiederaufgebaut und regeneriert werden. Dadurch können gelockerte Zähne wieder einen festen Halt im Zahnapparat erfahren oder eine Implantation, für die ursprünglich zu wenig Knochenangebot bestand, doch noch durchgeführt werden.

Gerne beraten wir Sie in einem persönlichen Gespräch rund um die Möglichkeiten, Parodontitis und ihre Folgen zu behandeln. Vereinbaren Sie am besten noch heute einen Termin in unserer Praxisklinik.

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